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Gartenbau

Wann Hecke schneiden: Der passende Zeitpunkt & die richtige Vorgehensweise für einen Heckenschnitt

Suchen Sie nach dem idealen Zeitpunkt und der richtigen Methode, um Ihre Hecke zu schneiden? Unser Leitfaden bietet Ihnen wertvolle Tipps und Anleitungen.

Wann Hecke schneiden Header

Gartenhecken müssen regelmässig gepflegt und beschnitten werden, damit sie regelmässig und dicht wachsen können. Damit die Hecken Ihren Garten perfekt einrahmen und stilgerecht präsentieren, gilt es beim Heckeschneiden einige Dinge zu beachten. Genau diese Informationen sowie hilfreiche Tipps hält der folgende Ratgeber für Sie parat.

Hecken schneiden: Darum sollten Sie Ihrer Hecke einen regelmässigen Schnitt gönnen

Hecken bestehen aus einzelnen Gehölzen oder Sträuchern, die eng nebeneinander gepflanzt werden und sich im Laufe der Zeit zu einem dichten Ganzen vereinen. Damit die Pflanzen zu einem grünen Sichtschutz zusammenwachsen, brauchen sie gelegentlich einen Schnitt. Denn ohne einen Heckenschnitt würden die Gehölze einfach nur in die Höhe wachsen und hauptsächlich in der Blattkrone austreiben. Das unbefriedigende Ergebnis wäre ein grünes Blätterdach und abhängig von der Gewächsart ein mehr oder weniger kahler Stamm. Der Grund hierfür ist, dass ohne die passende Pflege kein Licht an die unteren Teile der Pflanzen dringen kann, die Hecke mit den Jahren von innen veraltet, Lücken bildet und schlussendlich in sich zusammenbricht. 

Damit dies nicht passiert und Ihre Hecke zu einem kräftigen sowie dekorativen Sichtschutz heranwächst und gleichzeitig unzähligen Tierarten einen geschützten Lebensraum bietet, müssen Sie Ihrer Hecke in turnusmässigen Abständen einen Schnitt gönnen. Wichtig ist hierbei nicht nur der passende Zeitpunkt, sondern ebenfalls die richtige Vorgehensweise. Gärtnerinnen und Gärtner unterscheiden zwischen folgenden Arten von Heckenschnitten:

  • Pflege- oder Formschnitt: Damit Ihre Hecke dicht wird, muss sie kontinuierlich in Form geschnitten werden. Bei einem Formschnitt werden die neuen Triebe der Heckenpflanzen so weit gekürzt, dass sich eine einheitliche Fläche ergibt.

  • Verjüngungsschnitt: Beim Verjüngungsschnitt werden sämtliche Haupttriebe mithilfe einer Heckenschere auf eine Länge von 30 bis 50 Zentimeter gekürzt. Damit die Heckenkrone so schnell wie möglich ihre natürliche Form zurückerhält, empfehlen wir Ihnen, die inneren Äste etwas weniger zu schneiden als die äusseren. Die beste Zeit, um Ihre Hecken zu verjüngen, ist im Frühjahr oder im Herbst.

  • Rückschnitt: Besonders ältere Gehölze haben die Eigenschaft, dass sie mit den Jahren im unteren Heckenbereich löchrig werden und ein unförmiges Erscheinungsbild präsentieren. Damit sich neue Triebe bilden können und sich die unschönen Lücken allmählich wieder schliessen, werden entweder die Zweige radikal zurückgeschnitten oder die gesamte Hecke auf Stock gekürzt. 

Buildigo Tipp Hecken schneiden

Heckenpflanzen profitieren alle 10 bis 20 Jahre von einem rigorosen Rückschnitt. Vor allem ältere und löchrige Gehölze können mit dieser Massnahme neu aufgebaut werden, was mit einem dichteren und gesünderen Wuchs einhergeht. Sogar blütenlose Blühhecken präsentieren sich nach einiger Zeit wieder in voller Blütenpracht.

Hecke schneiden: Wann ist der passende Zeitpunkt für einen Heckenschnitt?

Wann Hecke schneiden Zeitpunkt

Haben Sie sich vorgenommen, Ihrer Hecke einen starken Rückschnitt zu gönnen oder möchten Sie diese auf Stock zurückschneiden, dann sollten Sie dies am Besten vor dem 1. März erledigt haben. Denn Gehölze können zu dieser Jahreszeit radikale Rückschnitte am besten verkraften. Dies hat den Vorteil, dass die Pflanzen im Frühjahr perfekt austreiben und bereits im Frühsommer ein dichtes und grünes Blattwerk tragen. 

Der richtige Zeitpunkt für einen Form- oder Pflegeschnitt ist abhängig von den Blüh- und Wuchseigenschaften der jeweiligen Heckenpflanzen. Unabhängig von der Jahreszeit sollten Sie sich vor dem Heckenschnitt vergewissern, dass sich keine Vogelnester oder Winterquartiere anderer Tiere im Inneren Ihrer Hecke befinden. Der folgende Überblick zeigt Ihnen, wann der beste Zeitpunkt für Form- und Pflegeschnitte ist: 

  • Laubgehölze: Die meisten Laubgehölze haben ihre Hauptwachstumsphase in den Monaten Mai und Juni. Junge Triebe sollten daher zwischen Ende Juni und Mitte Juli zurückgeschnitten werden. 

  • Frühjahrsblüher: Früh blühende Heckenpflanzen wie Forsythien, Flieder und Rhododendron, Jasmin und Sanddorn dürfen nicht im Februar zurückgeschnitten werden. Vielmehr sollten Sie die Blütezeit der Pflanzen abwarten. Aufgrund dessen, dass frühlingsblühende Heckenpflanzen im Sommer keine neuen Knospen mehr bilden, dürfen sie ebenfalls keinen Zweitschnitt bekommen, sondern nur einmal nach der Blüte einen leichten Formschnitt erhalten.

  • Immergrüne Hecken: Um unerwünschte Harzbildung sowie eine zweite Wachstumsphase zu verhindern, werden immergrüne Hecken am besten im Spätsommer gekürzt.

Buildigo Tipp Hecken schneiden Ausnahmen

Stark wachsende Heckenpflanzen wie Liguster und Hainbuche sollten Sie zweimal im Jahr schneiden. Die beste Zeit für den ersten Schnitt ist der Frühling. Der Zweite sollte dann im Spätsommer stattfinden.

Garten

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Ist in der Schweiz das Schneiden von Hecken zu einem gewissen Zeitraum verboten?

Um diese Frage zu beantworten, haben wir uns an die Experten gewendet: Herr Sinniger, stellvertretender Dienstchef Tier- / Umweltschutz der Kantonspolizei Zürich sagt zum Thema:

"Hecken dürfen das ganze Jahr über geschnitten werden. Ausser es werden dadurch Vögel beim Brutgeschäft gestört. Denn brütende Vögel stehen gemäss dem Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (JSG) unter speziellem Schutz. Dieser Schutz ist nicht nur beim Schneiden der Hecke zu beachten, sondern auch bei anderen Arbeiten, wie zum Beispiel dem Reinigen von Lammellenstorenkästen."

Nadelhölzer schneiden: Darauf sollten Sie beim Heckenschnitt achten

Viele Nadelgehölze wie Kiefern, Fichten und Scheinzypressen reagieren sehr empfindlich auf radikale Rückschnitte. Damit sie weiterhin austreiben, sollten Sie daher sehr vorsichtig zu Werke gehen und Nadelhölzer nur bis zum Nadelansatz zurückschneiden. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Die Eibe verträgt einen Radikalschnitt ohne Weiteres. Dies liegt daran, dass sie ebenfalls aus dem Stamm heraus junge Austriebe bilden kann.

Welches Werkzeug eignet sich zum Heckenschneiden?

Wann Hecke schneiden Werkzeug

Für einen Heckenschnitt braucht es unterschiedliche Werkzeuge. Abhängig von der jeweiligen Wuchshöhe und Aststärke bieten sich folgende Arten von Heckenscheren an:

Gartenscheren: Möchten Sie an Ihren Hecken junge Triebe kürzen oder Sträucher zurückschneiden, dann sind Sie mit einer normalen Gartenschere gut bedient. Auch für grossblättrige Laubhecken eignet sich diese Art von Heckenschere hervorragend. Denn mit einem grösseren Exemplar würden Sie beim Schneiden zu viele Blätter durchtrennen. Da diese sich nach dem Schnitt braun verfärben würden, wäre dies ein optisches Desaster.

Hand-Heckenschere: Mit einer Hand-Heckenschere können Sie auch stark wuchernde Hecken wieder in Form bringen. Manuelle Exemplare sind handlich und eignen sich zum Schneiden von kleinen und mittelhohen Hecken. Auch schwer zugängliche Stellen sind für Modelle wie diese kein Problem.

Motorisierte Heckenschere & Akku- oder Elektroheckenscheren: Mithilfe einer motorisierten Heckenschere ist der Heckenschnitt in der Hälfte der Zeit erledigt. Eine Akku-Heckenschere oder strombetriebene Modelle sind trotz ihrer enormen Leistungsfähigkeit auch relativ handlich und leise. Entscheiden Sie sich für eine kraftstoffbetriebene Heckenschere, die entweder mit Benzin oder Diesel betrieben wird, müssen Sie hingegen einen hohen Lärmpegel in Kauf nehmen. Dieser Nachteil wird jedoch durch die erhöhte Arbeitsleistung ausgeglichen. Jedoch kommen Heckenscheren dieser Art hauptsächlich im öffentlichen Raum wie in grossen Parks oder auf Betriebsgeländen zum Einsatz und werden aufgrund der Lautstärke weniger zum Schneiden von privaten Hecken genutzt.

Teleskop-Heckenscheren: Diese motorisierten Heckenscheren sind mit einer Teleskopstange ausgestattet, mit deren Hilfe sich auch sehr hohe Hecken schneiden lassen.

Damit ein reibungsloser und sicherer Ablauf beim Heckenschnitt gewährleistet wird, müssen Sie Ihre Heckenscheren regelmässig schärfen und pflegen. Denn nur mit scharfen Klingen oder Sägeblättern lassen sich saubere Rückschnitte durchführen. 

Hecken schneiden: Sicherheitsvorkehrungen

Neben den gesetzlichen Vorschriften und dem Wuchsverhalten von Gehölzen und Sträuchern spielt ebenfalls das Wetter eine bedeutende Rolle beim Heckeschneiden. Heisse Sommer- oder Regentage eignen sich für Aktivitäten dieser Art weniger gut. Auch bei Frost sollten Sie keine Hecke schneiden. Denn Witterungsverhältnisse wie diese können an den frisch beschnittenen Trieben einen beträchtlichen Schaden anrichten und Ihre Hecken angreifbar, für Schädlinge und diverse Krankheiten machen.

Ebenfalls sollten Sie für einen perfekten Rückschnitt und zu Ihrer eigenen Sicherheit ausnahmslos qualitativ hochwertiges Werkzeug nutzen. Auch die passende Arbeitskleidung muss vor dem Heckenschneiden ein Thema sein. Wir empfehlen festes Schuhwerk, eine Schutzbrille, sowie Handschuhen als Mindestausstattung. Beim Schneiden von sehr hohen Hecken raten wir Ihnen ebenfalls, einen Schutzhelm zu tragen. Damit die Sicherheit von Passanten gewährleistet ist, sollten Sie den Ort des Geschehens obendrein weit genug absperren. 

Hecken richtig schneiden: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Hobbygärtner

Sind sämtliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen, kann es an die Umsetzung gehen. Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung spiegelt wider, wie ein fachgerechter Heckenschnitt vonstatten geht:

Schritt 1: Höhe der Hecke festlegen: 

Bevor Sie mit dem Schneiden beginnen, müssen Sie die gewünschte Höhe bestimmen. Erkundigen Sie sich hierfür bei der zuständigen Institution Ihrer Gemeinde über die vorgeschriebene Maximalhöhe. Denn in der Regel dürfen die Masse zwischen 1,80 und 2 Meter nicht überschritten werden. 

Für ein gerades und optisch schönes Ergebnis nutzen Sie am besten eine Schnur, die Sie auf der gewünschten Höhe entlang Ihrer Hecke zwischen zwei Stäben spannen. Achten Sie darauf, dass die Linie gerade ist.

Schritt 2: Die vertikale Form der Hecke festlegen: 

Bedenken Sie, dass eine Hecke niemals gerade nach oben wachsen sollte. Auch breitere Oberbereiche sind ein No-Go. Der Grund hierfür ist, dass an die unteren Zweige kein Licht gelangen würde und die Pflanzen in diesen Bereichen verkümmern. Deswegen sollten Sie Ihre Hecken immer leicht trapezförmig schneiden, damit sie sich im Querschnitt nach oben hin verjüngen. 

Schritt 3: Pflegeschnitt durchführen: 

Bei Pflegeschnitten, die ein- bis zweimal im Jahr durchgeführt werden sollten, werden ausnahmslos die neuen Triebe auf circa die Hälfte gekürzt. Bei einem tieferen Schnitt würden sich erst sehr viel später neue Austriebe bilden, was sich negativ auf das Wachstum von Hecken auswirkt. 

Hecke schneiden: Die häufigsten Fehler und so werden sie vermieden

Bei einer ungeübten Vorgehensweise kann beim Heckenschneiden schnell etwas schiefgehen. So kann es passieren, dass ein Schnitt zu tief angesetzt wird oder ein Formschnitt alles andere als befriedigend ausfällt und die Hecke nicht durch ihre perfekte Optik, sondern aufgrund ihres windschiefen Aussehens auffällt. Ein weiterer Fehler sind unschöne Dellen in der Krone. Mit einer guten Planung und etwas Hintergrundwissen lassen sich Fehlschnitte dieser Art jedoch zum Glück vermeiden. So geht’s:

Heckenschnitt gerade durchführen: Platzieren Sie links und rechts neben der Hecke zwei Stäbe. Mithilfe einer Schnur, die zwischen der Konstruktion gespannt wird, können Sie auf der erwünschten Schnitthöhe eine gerade Linie schaffen.

Dellen in der Heckenkrone vermeiden: Um diesen optischen Fehler zu vermeiden, sollten Sie die Heckenschere stets mit beiden Händen halten und waagerecht auf der Schnittfläche entlangführen. Hierbei sollten Sie Ihre Arme so wenig wie möglich bewegen. 

Die falsche Schnitttechnik: Kahle Stellen im unteren Teil der Hecke entstehen meistens aufgrund einer falschen Schnitttechnik. Konzentrieren Sie sich beim Heckenschnitt nur auf den oberen Bereich, regen Sie genau in diesem Bereich das Wachstum an. Die Folge: Im unteren Heckenbereich bilden sich keine neuen Triebe, die Hecke wird löchrig und der Wuchs ungleichförmig.

Aber keine Sorge. Sie können diesen Fehler korrigieren, indem Sie das lebende Gehölz der Pflanzen bis auf die Hälfte zurückschneiden. So können sich ebenfalls im unteren Heckenbereich junge Austriebe bilden und Ihre Hecke wird mit der Zeit wieder dicht.

Wenn Sie noch mehr über das Thema Hecken schneiden erfahren möchten, können Sie in diesem Blogartikel noch mehr darüber erfahren.

Hecken schneiden: Dann sollten Sie einen Fachbetrieb beauftragen

Wann Hecke schneiden Fachbetrieb

Versierte Hobbygärtner können einfache Formschnitte an einer Hecke auch in Eigenregie durchführen. Bei einem radikalen Rückschnitt, bei dessen Umsetzung ein falscher Schnitt schwerwiegende Konsequenzen mit sich ziehen kann, empfehlen wir Ihnen jedoch einen Gartenprofi hinzuzuziehen. Bei Buildigo finden Sie die passenden Expertinnen und Experten in Ihrer Nähe. Stellen Sie noch heute eine Anfrage und holen Sie verschiedene Angebote ein. Unsere Gartenprofis kennen sich mit Heckenschnitten aus, haben hilfreiche Tipps auf Lager und stehen Ihnen mit ihrem Fachwissen kompetent zur Seite. 

Fazit

Damit Hecken gesund bleiben, blickdicht sind und eine schöne Form haben, sollten sie zweimal im Jahr zurückgeschnitten werden. Eine Ausnahme bilden Blühhecken. Ein einmaliger Schnitt direkt nach der Blüte reicht vollkommen aus. Beim Hecke schneiden, sollten Sie zudem eine trapezartige Form anstreben. So werden ebenfalls die unteren Bereiche der Hecke mit genügend Sonnenlicht versorgt, was zu einem gesunden Pflanzenwachstum beiträgt.

Wann ist die beste Zeit, um eine Hecke zu schneiden?
Wie häufig sollten Hecken einen Rückschnitt erhalten?
Wann ist das Schneiden von Hecken verboten?